Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg
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Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Kardiologie Erkrankungen der Atemwege

Lungenfunktionslabor

Das Kreiskrankenhaus Frankenberg verfügt über ein modern ausgestattetes Lungenfunktionslabor zur Diagnostik und Schweregradeinteilung von Erkrankungen der Lunge und der Atmung.

In der Ganzkörper-Plethysmographie (Bodyplethysmographie) ist die Bestimmung der Lungenmechanik auch bei eingeschränkter Patientenmitarbeit möglich. Die Methode ermöglicht Nachweis und Schweregradeinteilung obstruktiver und restriktiver Lungenerkrankungen, und ist damit auch Entscheidungsgrundlagefür eine notwendige pharmakologische Behandlung.

Im bronchialen Provokationsversuch wird die Diagnose eines hyperreagiblen Bronchialsystems (Asthma) ermittelt.

Die Diffusionsanalyse erfasst nicht nur die eigentlichen Diffusionsstörungen der Lunge (interstitielle Lungenerkrankungen), sondern auch pulmonale Ventilations-/Perfusionsdefekte und Verteilungsstörungen sowie Störungen des roten Blutbildes. Hier ist eine gewisse Mitarbeitsfähigkeit der Patienten erforderlich (10 Sekunden Luftanhalten).

In der inspiratorischen Munddruckmessung erfolgt die Beurteilung der sogenannten Atempumpe, das heißt des Atemapparates. Aus dem Verhältnis von Last und Kapazität wird die Atemmuskelreserve und damit ein wesentlicher Parameter zur Gefährdung eines Patienten erfaßt. Der Meßvorgang ist einfach und erfordert keine besonderen Fähigkeiten den Patienten

Die Spiroergometrie (CPX) ist ein ideales Instrument zur Beurteilung von Patienten mit ungeklärter Luftnot.

Voraussetzung für den Patienten ist lediglich die Fähigkeit, Fahrradpedale in halbsitzender Position zu treten. Neben dem Belastungs-EKG werden Atemzeitvolumen, Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxydabgabe mit der Atemluft gemessen. Aus den gewonnenen Daten lassen sich online wesentliche kardiale, pulmonale und metabolische Parameter (zum Beispiel "anaerobe Schwelle“) beobachten. Die Ergebnisse lassen eine Differenzierung von Einschränkungen der betroffenen Organsysteme zu und liefern wichtige Entscheidungshilfen über notwendige weiterführende Maßnahmen (Vermeidung überflüssiger Diagnostik, Notwendigkeit einer ambulanten oder stationären Versorgung).

Die Indikationen zur Spiroergometrie sind:
  • Unklare Belastungsdyspnoe
  • Gleichzeitig vorliegende kardiale und pulmonale Erkrankung (führende Belastungslimitation?)
  • Schweregradbeurteilung kardialer und pulmonaler Erkrankungen
  • Risikoabschätzung vor Lungenoperationen , Herztransplantation
  • Beurteilung therapeutischer Maßnahmen (Herzschrittmacher-Systeme, med. Therapie, Bewegungs- bzw. Sporttherapie, O2-Therapie)
  • Begutachtung in Arbeits- und Sportmedizin

In der kardiorespiratorischen Polygraphie werden schlafbezogene Atemstörungen erfasst und eine Kontrolle einer CPAP-Therapie oder Nichtinvasiven Beatmung ermöglicht, die hierbei aufgezeichnete nächtliche Pulsoxymetrie liefert einen wesentlichen Beitrag zur Indikation und Einstellung einer Langzeit-Sauerstoff-Therapie.

Auch die Bronchoskopie liefert häufig wesentliche Informationen zur Beurteilung der Lungenfunktion. Neben der Möglichkeit zur zytopathologischen und mikrobiologischen Diagnostik und bronchial-therapeutischen Optionen lassen sich hier Störungen der Atemmechanik beobachten (Atemwegs-Stenosen und  -Instabilität, Bronchiektasen). Endobronchialer Ultraschall ermöglicht die Untersuchung krankhafte Prozesse von Atemwegen, Lungen und Lymphknoten des Mediastinums sowie Betrachtung der zentralen Blutgefäße im Thorax.