Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Adipositaszentrum Frankenberg

Das Team des Adipositaszentrums Frankenberg: hinten v.l.: Simone Heinz und Sarah Zarges, vorne v.l: Sylvia Rumprecht-Schulte, Dr. Alfred Cassebaum und Beate Schnell.

Erster Frankenberger Adipositas-Tag am 5. Mai 2019

Krankhaftes Übergewicht betrifft immer mehr Menschen. Die meisten versuchen durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung ihre Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen. Das ist ein äußert schwieriges Unterfangen. Professionelle Unterstützung im Kampf gegen die Pfunde erhalten Übergewichtige im Adipositaszentrum Frankenberg. Es besteht seit 2014 am Kreiskrankenhaus und MVZ Frankenberg und steht unter der Leitung von Dr. Alfred Cassebaum, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Chefarzt am Krankenhaus und Ärztlicher Leiter des MVZ. Zum Zentrum gehören Mitarbeiter des Krankenhauses, des MVZ sowie ein großes Netzwerk von Kooperationspartnern außerhalb des Krankenhauses.

Das Adipositas-Zentrum bietet am 5. Mai 2019 eine Informationsveranstaltung an zum Thema: "Übergewicht und die Folgen: Vorbeugung, Diagnostik & Behandlung". Zum Programm der Veranstaltung.

Ziel und Aufgabe des Adipositaszentrums ist die professionelle Beratung und Behandlung von Menschen, die an krankhaftem Übergewicht und seinen speziellen Begleiterkrankungen leiden. Dazu gehören insbesondere Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen, aber auch Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates und auch seelische Störungen. Bei vielen Patienten erfolgt im Verlauf der Behandlung eine bariatrische Operation (Schlauchmagen oder Magenbypass), die Entscheidung zur Operation ist jedoch nicht Voraussetzung dafür, sich im Adipositaszentrum anzumelden.

Die Anmeldung erfolgt telefonisch zur Adipositas-Spezialsprechstunde im MVZ, die von Dr. Cassebaum und Frau Sylvia Rumprecht-Schulte, Fachärztin für Chirurgie und Ernährungsmedizin mit den Medizinischen Fachangestellten Simone Heinz und Sarah Zarges betrieben wird. Alle Patienten bekommen zunächst einen Fragebogen zur eigenen Krankengeschichte zugeschickt. Im Erstgespräch wird dann gemeinsam eine medizinische Bestandsaufnahme vorgenommen und die weitere Behandlung geplant.

Im Mittelpunkt der folgenden Behandlung steht das Multimodale Konzept (MMK). Dies umfasst eine weitergehende medizinische Abklärung, soweit diese noch nicht vorher erfolgt ist. Dabei soll der Schweregrad der Begleiterkrankungen ermittelt werden, damit die Dringlichkeit des weiteren Vorgehens festgelegt werden kann. Natürlich geht es dabei auch um die Frage, ob eine Operation angestrebt wird oder eher nicht. Unabhängig davon wird aber auf jeden Fall beim Erstgespräch eine professionelle verhaltensmodifizierende Ernährungsberatung in die Wege geleitet, die nach Möglichkeit mit einem Bewegungsprogramm kombiniert wird.

Wichtiger Kooperationspartner des Adipositaszentrums ist die Frankenberger Adipositas-Selbsthilfegruppe, an der sowohl operierte als auch nicht operierte Patienten teilnehmen. Jedem Patienten des Adipositaszentrums wird ans Herz gelegt, sich der SHG anzuschließen, denn der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen hat eine große Bedeutung. Außerdem können die „Experten“ in der Selbsthilfegruppe eine Reihe hilfreiche Ratschläge geben.

Insgesamt werden im Adipositaszentrum inzwischen über 300 Patienten behandelt, von denen etwa 70 im Verlauf der Behandlung operiert wurden. Der Einzugsbereich des Adipositaszentrums erstreckt sich inzwischen vom Landkreis Waldeck-Frankenberg über die umliegenden Landkreise, insbesondere Marburg-Biedenkopf. Wir erhalten von dort zunehmend Zuweisungen von niedergelassenen Diabetologen, da die bariatrische Chirurgie sich auch als Behandlungsverfahren der Diabeteserkrankung immer mehr durchsetzt. Entsprechend umfasst unser Netzwerk inzwischen eine ganze Reihe von Kooperationspartnern außerhalb von Frankenberg, damit eine wohnortnahe Versorgung angeboten werden kann.

 

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