Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

AFK-Unternehmertreff im Kreiskrankenhaus: Gute medizinische Versorgung als Standortfaktor

Zum Unternehmertreff hatte der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen ins Kreiskrankenhaus eingeladen; von links: AFK-Vorsitzender Klaus Gantner, Ärztlicher Direktor Dr. med. Volker Aßmann, Chefarzt Dr. med. Oliver Schuppan und Geschäftsführer Ral

Mit rund 550 Mitarbeitern ist das Kreiskrankenhaus Frankenberg einer der größten Arbeitgeber der Region. In dem Krankenhaus der Grund-, Regel- und Akutversorgung mit den fünf medizinischen Fachrichtungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Geriatrie werden jährlich rund 8800 Patienten stationär und 20000 Patienten ambulant behandelt. Von der medizinischen Expertise und dem hohen Leistungsstandard machten sich mehr als 50 AFK-Mitglieder beim Unternehmertreff des Arbeitskreises vor Ort ein Bild.

Der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) wurde 1974 gegründet und hat aktuell 110 Mitglieder aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung und freien Berufen. Zweck des Arbeitskreises ist die Vertretung und Durchsetzung lokaler und regionaler Belange der Wirtschaft. Er versteht sich als Sprachrohr für eine zukunftsorientierte Standort- und Strukturpolitik und bietet der Politik seine wirtschaftliche Expertise an. Der Arbeitskreis eröffnet seinen Mitgliedern eine offene Plattform für Information und politische Willensbildung. Dabei agiert er unabhängig, überparteilich und überkonfessionell.

Zusammenarbeit von Vitos und Kreiskrankenhaus

Geschäftsführer Ralf Schulz erläuterte die Zusammenarbeit des Kreiskrankenhauses mit der Vitos GmbH, deren Alleingesellschafter der Landeswohlfahrtsverband Hessen ist. Kernaufgabe ist die Diagnostik und Behandlung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen, psychosomatischen und forensisch-psychiatrischen Kliniken. Eine der zwölf Vitos Tochtergesellschaften ist die Vitos Haina gGmbH mit rund 1170 Beschäftigten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik für forensische Psychiatrie, der Forensisch-psychiatrischen Ambulanz Hessen, der Begleitenden psychiatrischen Dienste sowie einer zentralen Verwaltung.

Seit 2014 besteht zwischen der Vitos Holding und dem Kreiskrankenhaus ein Geschäftsbesorgungsvertrag. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden unter anderem einheitliche Standards definiert, Prozessabläufe optimiert und das Personalmanagement sowie das Finanz- und Rechnungswesen gebündelt. Schulz: „Trotz sinkender Fallzahlen in den vergangenen Jahren ist es mithilfe eines nachhaltigen Konsolidierungsplans gelungen, das vom Landkreis als Eigentümer des Kreiskrankenhauses 2013 prognostizierte Defizit stark abzufedern.”

Bei der Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsspektrums werde vor dem Hintergrund des demographischen Wandels der Fokus auf den „älteren Menschen“ gerichtet. Als Beispiel führte der Geschäftsführer die 2015 eröffnete geriatrische Abteilung sowie den Palliativbereich an.

Das Kreiskrankenhaus plant weiter die bauliche Modernisierung. „Noch in diesem Jahr sollen die Gynäkologie und die Geburtshilfe saniert und ein neues Wohnheim errichtet werden.” Geplant sind ferner der Neubau des Schulungszentrums für Pflegeberufe. Auf dem Areal des alten Wohnheims soll ab 2017/2018 der Neubau der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie entstehen.

Schulz: „Wir stehen zum Standort”

Schulz: „Wir stehen zum Standort, den wir in Zukunft noch weiter ausbauen wollen.” Bereits Ende dieses Monats werde es mit einer Wirbelsäulenchirurgie einen weiteren neuen Leistungsbereich geben. Und auch der Einstieg in die Behandlung von Gefäß- und Gelenkerkrankungen stünde auf der Agenda.

AFK-Vorsitzender Klaus Gantner begrüßte das Bekenntnis zum Standort: „Für die vielen tausend Beschäftigten in unseren Unternehmen ist eine solide, ortsnahe Grund- und Regelversorgung das A und O. Und wenn die stark nachgefragten Fachdisziplinen das Angebot darüber hinaus erweitern, wird die gute medizinische Versorgung auch zum wichtigen Standortfaktor.“

Dr. Volker Aßmann, Ärztlicher Direktor des 223-Betten-Hauses, unterstrich: „In der Region für die Region – Das ist unser Selbstverständnis. Wir wollen kein „Portal-Krankenhaus” sein, das nur durch- und weiterleitet.” Er informierte über aktuelle und geplante Neuerungen. So seien auch Kooperationen und Vernetzungen ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg, um das ortsnahe Angebot attraktiv zu gestalten. Als Beispiele nannte er Kooperationen mit der Radiologie Nordhessen, dem Brustzentrum Regio und der Universität Marburg, für die das Kreiskrankenhaus Akademisches Lehrkrankenhaus ist.

Chefarzt Dr. Oliver Schuppan, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, referierte über das Qualitätsmanagement am Beispiel des Endoprothetik-Zentrums. „Mit mehr als 400 endoprothetischen Eingriffen im Jahr 2014 sind wir in der Region führend in der Spezialisierung auf Knie- und Hüftgelenke.“ Dieser Status sei nur durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu erreichen.

Im Anschluss wurden die AFK-Mitglieder von Dr. Schuppan durch einen Operationssaal geführt.

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