Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Internationale Medizinstudenten lernen an der Kreisklinik

Ausbilder und Studierende: der Ärztlicher Direktor der Kreisklinik Dr. Volker Aßmann, Constantin Salomia, Chefsekretärin Birgit Simshäuser, Salim Khatib, die Oberärztin Dr. Anja Hübner, Nicolass Schmitt, die Chefärztin der Inneren Abteilung Dr. Elisbeth P

Frisches Wissen trifft auf erfahrene Expertise: als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Marburg bildet die Kreisklinik Frankenberg junge Mediziner praktisch zu Ärzten aus. Schon lange kommen diese nicht mehr nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt – und schätzen neben der fachlich kompetenten Ausbildung insbesondere die individuelle Betreuung in Frankenberg.

Obwohl als praktisches Jahr bezeichnet, werden die Studierenden auch theoretisch weitergebildet: beispielsweise im Rahmen wöchentlicher fachübergreifender Schulungen oder der Mini-Staatsexamen.  Momentan hat das Kreiskrankenhaus 14 Studenten im praktischen Jahr, so genannte PJler, die ihre Ausbildung in den unterschiedlichen Abteilungen des Hauses absolvieren – nicht alle von Ihnen stammen aus Deutschland, sondern kommen unter anderem aus dem Jemen, Syrien, Rumänien und Palästina. Neben der theoretischen Ausbildung im Studium an der Uni Marburg, lernen sie im Rahmen des Praxisunterrichts in der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses.

„Für uns ist diese internationale Zusammensetzung eine große Bereicherung“, sagt die Chefkardiologin der Klinik Dr. Elisabeth Pryss. „Denn nicht nur die Studierenden selbst, sondern auch wir Ausbilder können im Austausch mit unseren internationalen Schützlingen noch etwas lernen – wir profitieren gegenseitig voneinander.“ Die Studierenden seien aufgeschlossen, freundlich, engagiert und befähigt. Dabei ist auch die oft befürchtete Sprachbarriere kein Problem: „Unsere internationalen Studierenden können perfekt Deutsch“, ergänzt Vertrauensdozent und Chefarzt Dr. Alfred Cassebaum als Ansprechpartner für die PJler im Haus. Das liege nicht nur an der theoretischen Ausbildung an der Uni. „Unsere internationalen Mediziner sind allesamt sehr engagiert und wissbegierig.“

So auch Osamah Al-Hammadi aus dem Jemen, der vor acht Jahren zum Medizinstudium nach Deutschland gekommen ist. An der Frankenberger Kreisklinik schätzt er insbesondere die familiäre Atmosphäre und den Teamgeist. „Im Gegensatz zu größeren Häusern werden wir PJler in Frankenberg besser betreut“, erklärt der angehende Arzt, der sich vorstellen könnte Neurochirurg zu werden. „Die Ärzte nehmen sich viel Zeit für Erklärungen, Nachfragen und Zusatzinformationen. Das kommt in größeren Häusern oft zu kurz, wo die Studierenden manchmal nicht mehr als Blut abnehmen dürfen.“

Dem stimmt auch Salim Khatib aus Palästina zu. „Die Kreisklinik hat einen sehr guten Ruf und ist beliebt unter den Studenten“, sagt er. „Man hat – hier noch mehr als beispielsweise in großen Unikliniken – die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten und wird in das Team integriert.“ Auf diese Weise könne die Ausbildung detaillierter und fachlich umfangreicher stattfinden, als in großen Häusern. Hinzu kommt der direkte Austausch mit der Uni Marburg, an der die Chefärzte der Kreisklinik auch direkt die Staatsexamina abnehmen.

Darüber hinaus schätzen sie aber auch die allgemeine medizinische Ausbildung in Deutschland gegenüber ihren Heimatländern als moderner und zielgerichteter ein. „Die deutschen Krankenhäuser genießen weltweit einen sehr guten Ruf – insbesondere was die moderneren Methoden in Bezug auf Diagnostik und Therapie angeht“, sagt Osamah Al-Hammadi. Wo genau es nach dem Studium hingehen soll, darüber sind sich beide noch nicht einig. „Ich könnte mir definitiv vorstellen, später in einem Haus wie der Kreisklinik zu praktizieren“, so Al-Hammadi. Dem stimmt auch Salim Khatib zu. „Auch ich wäre nicht abgeneigt, nach meinem Abschluss in Deutschland zu bleiben – auch wenn ich damit tausende von Kilometern von meiner eigentlichen Heimat entfernt bin.“

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