Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Kreisklinik zeigt wie man bei Notfällen daheim reagieren sollte

Auch wenn die meisten Menschen wissen, dass Schmerzen und Druck im Brustkorb, Schweissausbrüche, Übelkeit und Luftnot  zu den klassischen Anzeichen eines Herzinfarkts zählen, alarmieren in dieser Situation viele Betroffene nicht sofort den Notarzt. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit, in der Minute für Minute Herzgewebe absterben kann. Im Rahmen des diesjährigen Herztages des Frankenberger Kreiskrankenhauses am 6. November informiert die Klinik über die richtige Reaktion im Notfall.

„Das Problem ist, dass vielen Menschen das Ausmaß ihrer Erkrankung nicht bewusst ist oder sie die Situation herunterspielen“, erklärt die Notärztin Dr. Monika Güttinger. „Jedoch sollte man bereits bei dem leisesten Verdacht auf einen Herzinfarkt die 112 anrufen.“ Tut man dies nicht, können tödliche Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen folgen.

Dabei ist es essentiell wichtig, dass man in dieser Situation direkt den Rettungsdienst und Notarzt alarmiert. „Die Mitarbeiter in den Leitstellen unter der Telefonnummer 112 sind medizinisch geschult und können im Akutfall schnell und gezielt entscheiden, welche Hilfe der Betroffene benötigt“, sagt Dr. Jürgen Pilligrath, einer von Güttingers Vertreter. Viele Menschen würden in dieser Situation erst einmal Kinder, Nachbarn oder den Hausarzt kontaktieren. „Das ist falsch, denn Betroffene müssen verstehen, dass sie im Ernstfall sofort behandelt werden müssen – und zwar direkt vor Ort.“ Weiterhin können Notarzt und Rettungsdienst schneller entscheiden, welche medizinische Behandlung notwendig ist, in welcher Klinik diese zu dem Zeitpunkt verfügbar ist – und eine schnelle Aufnahme des Patienten unmittelbar organisieren.

Darüber hinaus sollten immer die medizinischen Unterlagen des Patienten bereitgehalten und der Standort beziehungsweise die Adresse des Notfalls genau angegeben werden. „Müssen Notarzt und Rettungsdienst den Einsatzort erst noch suchen, können weitere wertvolle Minuten verstreichen“, erläutert Dr. Monika Güttinger. Warum man in dieser Situation niemals selbst oder sich von einem Angehörigen in die Klinik fahren lassen sollte und wie man den Helfern im Notfall die Arbeit erleichtern kann, darüber informieren die beiden Notärzte ebenso im Rahmen des Herztages 2015.

Der Herztag 2015 findet am 6. November von 14.30 bis 17.15 Uhr in der Frankenberger Ederberglandhalle statt. Diese Veranstaltung des Kreiskrankenhauses findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt und wird traditionsgemäß von der Abteilung Kardiologie der Klinik veranstaltet. Diese wird seit 2013 von der Chefärztin Dr. Elisabeth Pryss geleitet. Themen des diesjährigen Herztages sind unter anderem der Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit, wie man sich auch im Alter die Fitness bewahren kann, wie man bei Notfällen zu Hause am besten reagiert und den Notarzt rufen sollte. Das Kreiskrankenhaus Frankenberg lädt alle Interessierten dazu herzlich ein.

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