Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Kreiskrankenhaus Frankenberg eröffnet Palliativ-Einheit

Schwerkranke beraten, begleiten und versorgen – die Frankenberger Kreisklinik bietet künftig eine ganzheitliche palliativmedizinische Versorgung an. In der neuen Palliativeinheit werden schwer und unheilbar kranke Menschen – häufig Krebspatienten – jetzt noch umfassender medizinisch und pflegerisch versorgt und seelsorgerisch begleitet. Ziel der Palliativmedizin ist es, für weitgehende Linderung der Symptome von Betroffenen und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen.

Im zweiten Obergeschoss der Klinik steht dafür jetzt eine spezielle – vom normalen Krankenhausbetrieb abgeteilte – Einheit zur Verfügung. Die Räume sind funktionell speziell eingerichtet und wohnlich gestaltet. „Wir haben herkömmliche Patientenzimmer komplett umgestaltet und sie an die Bedürfnisse dieser schwer kranken Patienten und ihrer Angehörigen angepasst“, berichtet der Geschäftsführer der Kreisklinik Ralf Schulz. „Dadurch können wir jetzt zwei bis vier Patientenbetten in Einzelzimmern anbieten.“ Die Station ist mit einem Aufenthaltsbereich, einer kleinen Küchenzeile und einer einladenden Sitzgruppe ausgestattet. Die Gesamtkosten für den Umbau betrugen rund 70.000 Euro.

Mit diesem neuen Angebot der Kreisklinik wird die palliativmedizinische Versorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg grundlegend verstärkt. „Ziel ist es, die bereits gute Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Palliativ- und Hospizvereinen, den niedergelassenen Ärzten, Pflegeheimen und dem in Frankenberg geplanten stationären Hospiz in einem Netzwerk zu verstärken und weiter auszubauen“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses Frankenberg und Landrat Dr. Reinhard Kubat. „In diesem gemeinsamen Verbund und einem stetigen Austausch untereinander können wir Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit individuellen Angeboten begleiten“.

Versorgt werden die Patienten in der neuen Einheit vom Palliativteam um Oberärztin Gabriele Schalk und Oberarzt Dr. Joachim Sander sowie der Internistin Susanne Gonswa-Neuhaus,  die gemeinsam mit speziell geschulten Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten und Seelsorgern eine für diese Patientengruppe optimierte medizinische und pflegerische Behandlung bieten. „Eine vom laufenden Krankenhausbetrieb getrennte Palliativeinheit ist für eine erfolgreiche Schmerztherapie und Symptomkontrolle unverzichtbar“, erläutert Dr. Joachim Sander. „Ideal ist es, wenn sie wie hier mit einer individuell abgestimmten Pflege und persönlichen Begleitung für die Patienten kombiniert werden kann. “

 „So können wir den Patienten und ihren Angehörigen ein möglichst wohnliches und persönliches Umfeld bieten, das es ihnen erlaubt, eine möglichst gute Lebensqualität – unter Umständen bis zum Tod – beizubehalten“, ergänzt Gabriele Schalk. Weiterhin soll das neue Angebot keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden ambulanten palliativmedizinischen und Hospizeinrichtungen darstellen. „Es ergänzt vielmehr das bestehende Angebot, um ambulant schwer beherrschbare Krisensituationen stationär abfedern zu können. Palliativeinheit heißt hier nicht Sterbestation“, so Gabriele Schalk weiter. Vielmehr sollen Patienten, wenn es ihnen wieder besser geht, wieder in die ambulante Betreuung entlassen werden. „Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass dies bei der Mehrzahl der so behandelten Patienten gelingt.“

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