Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Landfrauen informieren sich über Gelenkersatz

Auf Einladung der Bezirkslandfrauen um ihre Vorsitzende Eva Golde (links) referierte Dr. Oliver Schuppan über den Ersatz von Knie- und Hüftgelenken. Groß war das Interesse an den Prothesen, die der Chefarzt des Kreiskrankenhauses vorführte.

Über „Neues und Bewährtes beim Ersatz von Knie- und Hüftgelenk“ hat der Chefarzt der chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses Frankenberg, Dr. Oliver Schuppan, auf Einladung des Bezirkslandfrauenvereins referiert. Den Vortrag in der Ederberglandhalle verfolgten nicht nur Landfrauen. Auch etliche Partner informierten sich über Gelenkersatz und die Operationsmethoden in der Kreisklinik.

Dr. Schuppan erläuterte anhand von Modellen und (Röntgen)-Bildern von Gelenken die Ursachen von Gelenkverschleiß, skizzierte die Therapiemöglichkeiten und beantwortete die Frage, wann ein Gelenkersatz aus medizinischer Sicht ratsam ist: „Wenn die Lebensqualität leidet, weil die Schmerzen in Knie- oder Hüftgelenk zunehmend den Tagesablauf beeinträchtigen, sollte ein Orthopäde oder ein Chirurg aufgesucht werden.”

In diversen Fragen der Zuhörer wurde deutlich, dass der Respekt vor einer Operation am Knie oder der Hüfte groß ist. Seine Botschaft: „Sie müssen keine Angst haben.” Ausführlich erläuterte der Chefarzt die Standards des Kreiskrankenhauses, das als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert ist. Mit mehr als 400 ersetzten Gelenken pro Jahr verfügt das Team um Dr. Schuppan und Oberarzt Ernst Lorenz über einen immensen Erfahrungsschatz. Rund  230 Knie- und 200 Hüftgelenke werden jährlich in Frankenberg ersetzt.

Auf die Routine und die hohe Behandlungsqualität verwies in ihrer Begrüßung auch Eva Golde (Rosenthal) als Vorsitzende der Bezirkslandfrauen. Sie zitierte in ihrer Einleitung aus einer Veröffentlichung der AOK-Gesundheitskasse, wonach das Endoprothetik-Zentrum Frankenberg bei der Behandlung von hüftgelenksnahen Brüchen zu den besten Krankenhäusern Hessens zählt.

Dr. Schuppan führte in der Ederberglandhalle diverse Prothesen vor: ebenso künstliche Kniegelenke wie Kurz- und Langschaftprothesen, die beim Hüftgelenkersatz in den Oberschenkelknochen eingebracht werden. Und er erläuterte, welche Variante bei welchem Patienten in der Regel zum Einsatz kommt. „Trotz aller standardisierten Verfahren ist ein Gelenkersatz eine im höchsten Maße individuelle Maßnahme.” Dem passgenauen Ersatz komme deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Der Chefarzt erläuterte das computergestützte Navigationssystem, das den Chirurgen beim Einbringen des Gelenkersatzes unterstützt und dabei assistiert, vor allem eine gerade Beinachse herzustellen.

Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie erklärte den typischen Behandlungsplan eines Patienten von der Diagnose im Rahmen der Sprechstunde über die eigentliche Operation bis zur Nachsorge, bei der eine schnelle Mobilisation im Mittelpunkt steht. „Schon am zweiten Tag nach dem Ersatz des Hüftgelenks stehen Sie wieder auf eigenen Beinen und beginnen mit der Rehabilitation.”

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