Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

VdK überreicht Rettungsdosen an Schlaganfallpatienten-Selbsthilfegruppe

Rettung aus der Dose: Gerlind Buß, Vorsitzende des Frankenberger Sozialverbands VdK, überreichte Rettungsdosen an die Frankenberger Schlaganfallpatienten-Selbsthilfegruppe um (von links) Gerlinde Beil, Fansida Schloss sowie Karl-Heinz Scriba.

In Irland und Großbritannien gibt es das Projekt „Message in a Bottle“ schon länger. Nach Hessen gebracht hat die SOS-Rettungsdose der Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe. Und der VdK-Ortsverband Frankenberg sorgt seit Herbst dafür, dass die „Dose, die Leben retten kann“, auch in Waldeck-Frankenberg Verbreitung findet. VdK-Vorsitzende Gerhild Buß überreichte dieser Tage Rettungsdosen an die Schlaganfallpatienten, die sich in der Frankenberger Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen haben. Die Gruppe kommt jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr in der Personalcafeteria des Frankenberger Kreiskrankenhauses zusammen.

Stellvertretend für die Selbsthilfegruppe nahmen Karl-Heinz Scriba, Fansida Schloss und Gerlinde Beil die kleinen roten Dosen in Empfang. Der Lions Club Frankenberg/Eder hatte dem Frankenberger VdK 500 Rettungsdosen finanziert. Der Sozialverband gibt sie seit Dezember an interessierte Vereine aus.

Was hat es mit der Dose auf sich?

Immer mehr Menschen leben alleine. Erkranken sie schwer, ist häufig niemand zugegen, der dem Rettungsdienst wichtige, vielleicht sogar lebensrettende Informationen über den Patienten gibt. Das können Angaben zu Vorerkrankungen, die notwendige Einnahme von Medikamenten oder allergische Reaktionen sein. Wer ist der Hausarzt? Wer soll im Notfall unterrichtet werden? Gibt es eine Patientenverfügung? Wie ist der Impfstatus?

Diese Angaben werden auf einem Formular vermerkt, dass in der SOS-Rettungsdose Platz findet. Und die wird im Kühlschrank deponiert. Nicht dass die Dose gekühlt werden müsste. Aber ein Kühlschrank ist schnell zu finden. Und somit sind die Informationen schneller verfügbar, als wenn lange in Schubladen oder Schränken gesucht werden müsste.

Dass es eine SOS-Rettungsdose im Haushalt gibt, darauf weist ein kleiner roter Aufkleber mit der Aufschrift „SOS“ hin, der an der Innenseite der Wohnungstür aufgebracht wird. Dadurch sehen die Retter schon beim Betreten einer Wohnung, dass vorgesorgt wurde und wichtige persönliche Angaben greifbar sind. Ein zweiter Aufkleber wird außen am Kühlschrank angebracht.

Unterstützt wird das Projekt „Rettungsdose“ auch vom Landkreis. Einen Mitstreiter hat der Frankenberger VdK in Dr. Rudolf Alexi gefunden. Als beim Landkreis beschäftigter Ärztlicher Leiter Rettungsdienst hat er dafür zu sorgen, dass die „notfallmäßige Versorgungsqualität“ in Waldeck-Frankenberg so hoch wie möglich ist. „Immer mehr Personen leben alle, Bezugspersonen sind nicht verfügbar. Diese Entwicklung erfordert Anpassungen an das System“, sagte er bei der Spendenübergabe des Lions Clubs an den VdK im vergangenen Jahr. In der „Rettung aus der Dose“ sieht er eine überzeugende Antwort. „Ich bin überzeugt: Die Dose wird die Sicherheit von alleinstehenden Personen erhöhen.“

Allen in Waldeck-Frankenberg eingesetzten Rettungsdiensten hat Dr. Alexi die SOS-Dose deshalb in den vergangenen Monaten vorgestellt. „Die Mitarbeiter sind sensibilisiert.“ Gemeinsames Ziel müsse nun sein, die Rettungsdose kreisweit bekannt zu machen. Sein Wunsch: Dass möglichst viele Menschen in Waldeck-Frankenberg ein Plätzchen für die Rettungsdose in ihrem Kühlschrank freiräumen.

Weitere Informationen zu den Rettungsdosen erteilt Gerhild Buß vom Frankenberger VdK: per Telefon unter der Nummer 06451-240240, per E-Mail unter der Adresse ov-frankenberg@vdk.de. Erhältlich sind die Rettungsdosen außerdem über die Internetseite  www.rettungsdose-shop.de.

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