Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Klinik für Allgemein- & Viszeralchirurgie Adipositas-Zentrum

Weltweit leiden mehr als 30 Prozent der Menschen an Übergewicht, viele davon krankhaft. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft definiert Adipositas als eine über das normale Maß hinausgehende Ansammlung von Fettgewebe im Körper.
Fettleibigkeit kann vielfältige Ursachen haben. Sie birgt ein hohes Risiko für die Gesundheit. Diabetes oder Herzschwäche sind nur einige Folgeerkrankungen.

Diäten allein sind dabei oft nicht erfolgreich – viele Menschen benötigen eine weitergehende Behandlung. Um diesen Patienten zu helfen, deckt das Kreiskrankenhaus Frankenberg in seinem medizinischen Spektrum auch die Adipositaschirurgie ab.

Adipositas-Zentrum

Chefarzt Dr. Arkadiy Radzikhovskiy bietet mit seinem Team eine ärztliche Adipositas-Sprechstunde an. Sie findet mittwochs von 14 bis 18 Uhr und freitags von 11 bis 13 Uhr im Medizinischen Versorgungszentrum im Kreiskrankenhaus statt. Termine werden telefonisch unter 06451 55-7410 oder per E-Mail an info@gesundheitszentrum-frankenberg.de vergeben.

An Adipositas leidenden Menschen wird Gelegenheit gegeben, sich zu informieren, Fragen zu stellen und sich beraten zu lassen. Von der Gesprächs- und Diättherapie über die Operation bis hin zur Ernährungsberatung und einem individuell zugeschnittenen Sportangebot – das Adipositas-Zentrum des Kreiskrankenhauses bietet ein ganzheitliches Konzept an, um krankhaft übergewichtige Menschen zu therapieren. Eine Adipositas-Selbsthilfegruppe ist in dieses Konzept fest eingebunden. Allen Patienten wird die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe empfohlen.

Das Behandlungsteam

Dr. med. Arkadiy Radzikhovskiy

Dr. med. Arkadiy Radzikhovskiy Chefarzt der Klinik Allgemein- und Viszeralchirurgie Facharzt für Allgemeine Chirurgie und Viszeralchirurgie

Beate Schnell

Beate Schnell Diabetes- und Ernährungsberaterin

E-Mail schreiben

Simone Heinz Adipositas-Sprechstunde

0 64 51 - 55 7410 E-Mail schreiben

Von Ernährungsberatung bis zur Operation

Das Adipositas-Konzept des Kreiskrankenhauses ist ganzheitlich. Am Anfang des gemeinsamen Weges von Patient und Medizinern steht ein Checkup. An welchen Begleiterkrankungen wie Diabetes, Schlafapnoe, Herzschwäche, Rückenoder Gelenkbeschwerden leidet der übergewichtige Patient?

Im zweiten Schritt folgt eine Ernährungsberatung. Durch Verhaltensänderung, Umstellung der Ernährung und Bewegung gelingt es vielen Menschen, das Übergewicht erheblich zu reduzieren. Individuell muss die Frage beantwortet werden, ob ein operativer Eingriff ein Teil der Therapie sein kann. Voraussetzung ist das Durchlaufen des multimodalen Konzepts (MMK). Denn die Nahrungsaufnahme ist nicht der einzige Ansatzpunkt zur Gewichtsreduktion.

Wesentliche Bedeutung kommt neben der Ernährungstherapie auch der Bewegungs- und Verhaltenstherapie zu. Auch eine psychiatrische Untersuchung ist Bestandteil des Konzepts, da psychische Begleiterkrankungen bei adipösen Menschen sehr häufig vorkommen.

Das Kreiskrankenhaus verfügt über einen speziell umgerüsteten OP-Saal mit einer Schwerlastsäule und hochmoderner technischer Ausstattung, die an die besonderen Bedürfnisse der übergewichtigen Patienten angepasst ist. Die speziellen Stationszimmer sind mit extra breiten Betten sowie weiterem individuell angepassten Zubehör ausgestattet. Das ärztliche und pflegerische Personal ist in der Behandlung übergewichtiger Patienten geschult. Die bariatrische Chirurgie hat die Erleichterung der Reduktion des Körpergewichts als Ziel. Durch eine Verkleinerung des Magens oder eine Ausschaltung von Teilen des Magens und des Dünndarms wird eine Umstellung des gesamten Stoffwechsels erzeugt, der zum Gewichtsverlust, vor allem aber zur Besserung der Begleiterkrankungen führt. Besonders der Diabetes verschwindet oft schlagartig.

• Magenverkleinerung (Schlauchmagen, „Sleeve-Gastrektomie“)
• Magenbypass („Roux-en-Y-Gastric-Bypass“, RYGB)

Außerdem wird die Entfernung von Magenbändern durchgeführt, wenn diese nicht mehr effektiv sind oder Komplikationen verursachen. Nach der Magenbandentfernung kann eine der o.g. Methoden angeschlossen werden.
Alle in Frankenberg operierten Patienten kommen im Rahmen des ganzheitlichen multimodalen Konzepts zur regelmäßigen Nachsorge in das Medizinische Versorgungszentrum und gehen zu den Treffen der Selbsthilfegruppe.