Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann

Das Berufsbild

Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner unterstützen und beraten den Patienten, seine körperliche und psychische Gesundheit wieder zu erlangen, zu verbessern, zu erhalten und zu fördern.

Sie betreuen und versorgen eigenverantwortlich kranke und pflegebedürftige Menschen, dabei unterstützen sie diese bei den Tätigkeiten, welche sie nicht selbst ausführen können, und helfen ihnen mit ihrer neuen Situation zurechtzukommen.

Zum anderen assistieren Pflegefachfrauen und -männer bei Untersuchungen und Behandlungen und übernehmen Organisations- und Verwaltungsaufgaben sowie die Dokumentation der Pflegemaßnahmen.

 

Zugangsvoraussetzungen

  • Gesundheitliche Eignung
  • Einen Realschulabschluss oder eine gleichwertige abgeschlossene  Schulbildung
  • Einen Hauptschulabschluss zusammen mit:
    • Einer Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren oder
    • Einer abgeschlossenen Ausbildung in der Krankenpflegehilfe bzw. in der Altenpflegehilfe

Weitere Voraussetzungen: Wünschenswert ist ein Praktikum in einer pflegerischen Einrichtung.

Ausbildungsbeginn: 1. Oktober

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Bezugslehrersystem

Eine Besonderheit am Schulzentrum für Pflegeberufe: Die individuelle Begleitung und Förderung während der dreijährigen Ausbildung findet durch das Bezugslehrersystem statt. Im Bezugslehrersystem werden die Auszubildenden vom Aufnahmeverfahren bis zur Prüfung persönlich begleitet.
Jeder Auszubildende wird einem Bezugslehrer zugeordnet, dieser ist sowohl Ansprechpartner in der theoretischen als auch in der praktischen Ausbildung.

Staatliche Prüfung

Die Abschlussprüfung besteht aus unterschiedlichen Prüfungsteilen: der schriftlichen Prüfung, der praktischen Prüfung und der mündlichen Prüfung.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildung wird nach TVAöD-BT-Pflege vergütet. In der Gesundheits- und Krankenpflege beträgt die Ausbildungsvergütung zur Zeit monatlich im 1. Ausbildungsjahr 1.140 €, im 2. Ausbildungsjahr 1.207 € und im 3. Ausbildungsjahr 1.303 €.

Zusätzlich erhalten alle Auszubildenden bei erfolgreich abgelegtem Examen eine Prämie von 400€.

Urlaub

Der Urlaubsanspruch richtet sich nach dem TVöD und beträgt im ersten Ausbildungsjahr 30, im zweiten und dritten Ausbildungsjahr 31 Tage. Der Urlaub ist nicht an die hessischen Schulferien angegliedert.

Das neue Pflegeberufegesetz ab 01.01.2020

Nachfolgend sind wesentliche Veränderungen und Neuerungen aufgeführt, die das neue Pflegeberufegesetz  mit sich bringt:

 

Generalisierung

• Zusammenlegung der Pflegeberufe (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Altenpflege)

• Europaweite Anerkennung als Pflegefachfrau / Pflegefachmann

• Flexibilität in Pflegebereichen

• Eigenständiger Berufsbereich

 

Vorbehaltene Tätigkeiten

1. Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs

2. Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses

3. Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege

 

Ausbildungsziel

• Beratung und Begleitung in allen Lebensphasen mit Sterbebegleitung

• Berücksichtigt Lebenssituation (kulturell, religiös und sexuell) sowie die Lebensphasen

• Achtet auf das Recht der Selbstbestimmung

• Analyse und Evaluation der Pflege

• Fähigkeiten erhalten, wiederherstellen, fördern, aktivieren und stabilisieren

 

Prüfung

Schriftlicher Teil

• Kompetenzschwerpunkte statt Themenbereiche

• Prüfung in drei Aufsichtsarbeiten

• Prüfungsnote aus Aufsichtsarbeiten und Vornote

Mündlicher Teil

• Auszubildende werden einzeln oder zu zweit geprüft

Praktischer Teil

• Patientengruppe von mindestens zwei Patienten, von denen einer einen erhöhten Pflegebedarf aufweist

• Prüfung im Vertiefungseinsatz