Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps Universität Marburg

Das ESF-Plus geförderte Projekt „F.I.T. – Fusion-Integration-Transformation: Gemeinsam stark für Mensch, Krankenhaus und Zukunft“ ist gestartet. Ziel des Projektes ist es, den Transformationsprozess durch die Mitarbeitenden mit begleiten zu lassen. Im Fokus steht der Aufbau einer gemeinsamen Unternehmenskultur sowie einer nachhaltigen Personalentwicklung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur standortübergreifenden Zusammenarbeit, zur Fachkräftesicherung und zur langfristigen Stabilität der regionalen Gesundheitsversorgung.

Das Ziel ist es, nachhaltige Strukturen und eine gemeinsame Unternehmenskultur aufzubauen. Mitarbeitende aus allen Berufsgruppen werden über die gesamte Projektlaufzeit aktiv eingebunden, um neue Arbeitsweisen im Wandel der Arbeit zu erlernen, individuelle Kompetenzen zu stärken und die Transformation aktiv mitzugestalten. Die Synergien der Fusion werden dabei gezielt genutzt und wissenschaftlich begleitet. Das Projekt verbindet Qualifizierung mit organisatorischer Transformation und nutzt agile Methoden, um Veränderungen auf struktureller, individueller und kollektiver Ebene umzusetzen. So entsteht eine inklusive, resiliente Kultur, in der Mitarbeitende Veränderungen direkt und selbst vorantreiben und neue Gestaltungsspielräume nutzen.

Die Business Academy Marburg begleitet als Projektträger die Umsetzung des Modellvorhabens gemeinsam mit 12 Projektlotsen aus beiden Häusern. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern Impulse für den gesamten Krankenhaussektor – quasi als Modell der Zukunft. Durch die Verknüpfung von Kulturentwicklung, individueller Förderung und agilen Methoden entstehen nachhaltige Strukturen, die Fachkräftesicherung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein inklusives Arbeitsumfeld stärken.

Zwölf Projektlotsinnen und -lotsen – jeweils sechs aus Frankenberg und Korbach – haben gemeinsam mit der Business Academy Marburg GmbH als Projektträger ihre Arbeit aufgenommen und zusammen mit den Geschäftsführungen erste inhaltliche Schwerpunkte festgelegt. Sie fungieren als Ansprechpartner in ihren Bereichen, greifen Anregungen und Rückmeldungen der Mitarbeitenden auf, unterstützen den Austausch zwischen Projekt, Belegschaft und Leitung - und werden momentan gezielt qualifiziert, um als Multiplikatoren das Projektwissen in ihren Bereichen weiterzugeben und die Mitarbeitenden aktiv einzubinden.

Ziele des Projektes sind:

  • Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur
  • Begleitung des Fusionsprozesses mit agilen Methoden
  • Förderung von Weiterbildung, Gleichstellung und Diversität
  • Integration internationaler Fachkräfte
  • Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit
  • Qualifizierung von Führungskräften und Betriebsräten
  • Aufbau nachhaltiger, resilienzfördernder Krankenhausstrukturen

Die Projektlotsen...

... aus Korbach

  • Anette Boldt, Betriebsratsvorsitzende
  • Dagmar Emde, Betriebsratsmitglied
  • Daniela Flegel, Leiterin Bildungszentrum
  • Katrin Kern, Klinikmanagement, Prokuristin
  • Uwe von Hagen, OP-Manager
  • Nina-Isabelle Weber, stellv. Pflegedirektorin

... aus Frankenberg

  • Carina Graßhoff, Leitung Einkauf & Logistik
  • Björn Hesse, stellv. Betriebsratsvorsitzender
  • Carina Naumann, Leitung Kommunikation & Arbeitgebermarke
  • Silvia Vesper, Pflegedienstleitung
  • Pascal Wartha, Referent der Geschäftsführung
  • Thomas Wickert, IT-Abteilung, Bindeglied KIS-Anwender und PA

Timeline

Mai 2026 – Start der Begleitforschung

Mit dem Start der Prä-Befragung der Projektlotsinnen und Projektlotsen begann zugleich die wissenschaftliche Begleitforschung unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ruth Anna Weber. Fundament dieser Untersuchung ist der SHU-Ha-Ri-Zyklus, der als Innovationskern des Projekts F.I.T. fungiert. Das wissenschaftliche Konzept gliedert sich in drei Phasen: In der ersten Phase („Shu“) stehen die Einführung agiler Prinzipien unter der Federführung der zwölf Projektlotsen sowie die Umsetzung erster Veränderungen im Fokus. Die zweite Phase („Ha“) dient dem Testen und Experimentieren, um Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und zu optimieren. In der abschließenden dritten Phase („Ri“) werden die bewährten Lösungen schließlich auf die gesamte Krankenhausorganisation übertragen. Das übergeordnete Ziel ist es, Wissen zunächst zu fundieren und anzuwenden, in der Folge weiterzuentwickeln und schließlich eigenständig in die operative Praxis zu überführen.

Mai 2026 – Zweiter Impulsvortrag von Patrick Merke

Am 7. Mai 2026 fand der zweite Impulsvortrag von Patrick Merke statt, bei dem er mit den teilnehmenden Projektlotsinnen und Projektlotsen und der Geschäftsführung weitere Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren einer Fusion vorstellte. Im Anschluss wurde das Thema Werte und Kultur vertiefend behandelt und ausführlich vorgestellt. In Kleingruppen, jeweils pro Krankenhaus, erarbeiteten die Teilnehmenden, welche Werte und welche kulturellen Prägungen in ihren jeweiligen Einrichtungen vorhanden sind. Darüber hinaus fand ein Austausch über die Impulse und Ergebnisse aus dem World Café statt.

Mai 2026 – Zweite Sitzung des Projektbeirat

Am 5. Mai 2026 trat der Beirat des Projekts F.I.T. zu seiner zweiten Sitzung in den Räumlichkeiten des Kreiskrankenhauses Frankenberg zusammen. Während des Rückblicks auf das World Café verdeutlichten die Projektlotsen, wie wertschätzend die Mitarbeitenden die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung des Projekts aufgenommen haben. Im weiteren Verlauf informierte das Team die Beiratsmitglieder über den aktuellen Projektstand sowie über abgeschlossene und anstehende Meilensteine. Ein besonderer Ausblick galt zudem der begleitenden Forschung, die künftig von Prof. Dr. Ruth Anna Weber geleitet wird.

April 2026 – World Cafés
Teilnehmer der World-Cafés mit den Projektlotsen

 

Um die Fusion der Klinken in Korbach und Frankenberg und die Zusammenführung der Mitarbeitenden beider Standorte zu einer erfolgreichen Mission zu machen, ist es fundamental, alle Mitarbeitenden mitzunehmen, ihre Ideen, Wünsche und auch Bedenken zu kennen. Daher luden die Projektlotsen am 21., 22. Und 23. April 2026 alle interessierten Mitarbeitenden zu einem dreitägigen World Café in die Orketalhalle Vöhl-Ederbringhausen ein.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Marie-Luise Gaßmann lieferte Patrick Merek von der frankfurter akademie für neue arbeitskultur den fachlichen Einstieg. Sein Credo – Vertrauen und ein offener Dialog sind die Basis einer jeden Fusion. Er plädierte für eine Führungskultur, in der Verantwortung übernommen und Fehler als Lernchance begriffen werden. Sein Appell an die Belegschaft: „Definiert gemeinsam eure neue Kultur.“ Nach einer weiteren Begrüßung durch die Geschäftsführung und den Transformationsmanager Herr Brückmann nutzen die Mitarbeitenden den weiteren Nachmittag, um an verschiedenen Thementischen miteinander ins Gespräch zu kommen. Dazu hatten die Projektlotsen in Zweierteams einen Thementisch vorbereitet:
  • Tisch 1 zum Thema Patientinnen und Patienten von Daniela Flegel und Pascal Wartha
  • Tisch 2 zum Thema Vertrauen von Katrin Kern und Silvia Vesper
  • Tisch 3 zum Thema Sicherheiten von Carina Naumann und Anette Boldt
  • Tisch 4 zum Thema Emotionen und Kultur von Björn Hesse und Uwe von Hagen
  • Tisch 5 zum Thema Vision 2035 von Thomas Wickert und Dagmar Emde
  • Tisch 6 zum Thema Wünsche von Carina Grashoff und Nina-Isabelle Weber
An einem Thementisch stellten sich die Geschäftsführungen und der Fusionsmanager den Fragen der Mitarbeitenden zu den weiteren Plänen und Meilensteinen im Fusionsprozess. Es gab auch eine Wünschebox für Themen, die die Entwicklung des Klinikums oder speziell des eigenen Arbeitsbereiches betreffen.
Begleitet wurden die drei Tage von Sabine Gressel-Soeder, die das Gesagte und Geschriebene der Mitarbeitenden und der Projektlotsinnen und Projektlotsen in einem Graphic Recording festhielt (siehe Titelfoto dieser Internetseite).

Die Resonanz bei Projekt-Team und Teilnehmern war durchweg positiv. Die Mitarbeitenden waren dankbar für den regen Austausch und ihre ganz persönliche Chance, ihre Ideen, Wünsche und auch Sorgen zu Gehör zu bringen oder niederzuschreiben. Schnell wurde klar: Ob Korbach oder Frankenberg – die Mitarbeitenden bewegen die gleichen Fragen und Sorgen. Dieser Austausch war ein entscheidender Schritt für das Zusammenwachsen.

April 2026 – Projektlotsen-Meeting in Präsenz in Korbach
Meeting der Projektlotsen

 

Beim nächsten Präsenztreffen am 9. April 2026 in Korbach reflektierten die Projektlotsinnen und Projektlotsen gemeinsam das vorangegangene Projektmanagement-Seminar. Zunächst werteten sie die vermittelten Inhalte aus und tauschten sich über die gewonnenen Erkenntnisse aus. Anschließend identifizierte die Gruppe Ansätze, die künftig fest im Projektkontext implementiert werden sollen. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich das Gelernte konkret im Arbeitsalltag sowie in der Rolle als Projektlotse anwenden lässt. Zum Abschluss stimmte das Team die letzten Details für das geplante World Café ab und finalisierte die thematische Planung der einzelnen Tische.

März 2026 – Projektmanagement-Schulung in Marburg
Schulung der Projektlotsen in Marburg

 

Am 30. und 31. März 2026 trafen sich die zwölf Projektlotsen in den Räumlichkeiten der BAM in Marburg zu einem intensiven Projektmanagement-Seminar. Neben den theoretischen Grundlagen des Projektmanagements stand die Frage im Fokus, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll und effektiv in diesen Bereich integriert werden kann. Ein besonderes Highlight waren die kreativen Arbeitsphasen, in denen das neu erworbene Wissen direkt angewandt wurde, um die anstehenden World Cafés zu konzipieren – geprägt von intensivem Austausch und aktiver Teamarbeit. Das Ergebnis ist deutlich spürbar: Die Projektlotsen sind bestens gewappnet. Projektmanagement, die Durchführung von World Cafés sowie ihre zentrale Rolle als Lotsen im Unternehmen und während des Fusionsprozesses sind nun fest verankert. Gemeinsam verfolgen diese zwölf Personen ein klares Ziel: die Mitarbeitenden der Standorte Korbach und Frankenberg auf dem Weg der Fusion kompetent zu begleiten.

Februar 2026 – Erster Impulsvortrag von Patrick Merke

Am 26. Februar 2026 hielt Patrick Merke den ersten Impulsvortrag zum Thema ‚Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren einer Fusion‘. Im Mittelpunkt standen dabei die Voraussetzungen für gelingende Veränderungsprozesse. Als zentrale Erfolgsfaktoren wurden insbesondere Vertrauen, Kommunikation und Transparenz hervorgehoben: Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden, den Führungskräften und den beteiligten Einrichtungen bildet das Fundament für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Zudem wurde die Bedeutung einer offenen Kommunikation betont, um Unsicherheiten abzubauen und alle Beteiligten aktiv in den Prozess einzubinden. Ergänzend dazu dient Transparenz als entscheidendes Instrument, um Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und die Akzeptanz innerhalb der Organisation zu fördern. An der Veranstaltung nahmen die Projektlotsinnen und Projektlotsen, die Geschäftsführungen sowie der Transformationsmanager Herr Brückmann teil.

November 2025 – Erstes Projektlotsen-Treffen

Am 13. November 2025 starteten die wöchentlichen virtuellen Meetings. Seitdem findet jeden Donnerstag ein einstündiger Austausch zwischen den zwölf Projektlotsen und der BAM statt, um weitere Veranstaltungen und Schritte im Projektverlauf gemeinsam zu planen. Der regelmäßige Austausch ist elementar wichtig für einen erfolgreichen Projektverlauf. Neben der organisatorischen Abstimmung standen auch das persönliche Kennenlernen sowie der Aufbau von Vertrauen im Vordergrund.

Oktober 2025 – Auftaktveranstaltung und erste Sitzung des Projektbeirat
Die Teilnehmer der Auftaktsitzung und des Projektrates

 

Am 23. Oktober 2025 startete das Projekt F.I.T. offiziell mit der konstituierenden Sitzung des Projektbeirats. Dieser setzt sich zusammen aus den Projektlotsen, den Geschäftsführungen beider Häuser, dem Transformationsmanager, Vertretern der Sozialpartner – ver.di Hessen, Marburger Bund und der KAV – sowie weiteren Mitarbeitenden beider Kliniken. Im Rahmen der Sitzung wurden das Projekt sowie die Ausgangslage der Fusion zwischen dem Stadtkrankenhaus Korbach und dem Kreiskrankenhaus Frankenberg vorgestellt. Des Weiteren wurden die 12 Projektlotsen aus Korbach und Frankenberg benannt und Fragen zur anstehenden Öffentlichkeitsarbeit sowie zur internen und externen Kommunikation der Fusion geklärt.

Juli 2025 – Erstes Arbeitsmeeting in Marburg

Am 10. Juli 2025 fand das erste Treffen zur Planung des Projekts FIT in den Räumen der BAM statt. Teilnehmende waren die Geschäftsführungen des Stadtkrankenhauses Korbach und des Kreiskrankenhauses Frankenberg, Vertreter der Betriebsräte beider Kliniken, die Sozialpartner sowie der Transformationsmanager. Während des Termins wurden die Ausgangssituation der Fusion, die Zielsetzung des Vorhabens sowie die Rollenverteilung im Projekt erörtert. Ergänzend dazu wurde der SHU-Ha-Ri-Zyklus als wissenschaftliche Basis erläutert. Das Treffen verlief sehr konstruktiv, und alle Beteiligten sehen dem offiziellen Projektstart am 1. Oktober 2025 optimistisch entgegen.