Für den seltenen Ernstfall bestens vorbereitet
Kreißsaal-Team in Frankenberg trainiert die Notfall-Versorgung von Neugeborenen
Wenn ein Baby geboren wird, beginnt für die allermeisten Familien ein glücklicher und unbeschwerter Moment. Dass die ersten Minuten nach der Geburt dennoch jederzeit besondere medizinische Aufmerksamkeit erfordern können, nimmt die Geburtshilfe in Frankenberg sehr ernst. Deshalb trainiert das Team regelmäßig Situationen, die im Alltag glücklicherweise nur äußerst selten vorkommen: die Reanimation eines Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt.
In diesem Jahr sind bereits fast 300 Kinder in Frankenberg zur Welt gekommen. „Bei keinem dieser Babys war die Situation nach der Geburt wirklich kritisch. Aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir für den seltenen Ernstfall vorbereitet sind. Mit dem Wissen und den Fähigkeiten aus unseren Trainings können wir einem Neugeborenen, das nach der Geburt Unterstützung braucht, schnell und sicher auf die Sprünge helfen. Wir sind bestrebt, uns regelmäßig weiterzuentwickeln - alles im Sinne der Patienten“, sagt Dr. med. Mehmet Yiğit, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Den Ernstfall gemeinsam proben
Für das aktuelle Training war das erfahrene KiNT (Kinder-Notfall-Training-Team) aus Kassel zu Gast. Eine Pflegefachkraft, ein Arzt aus der Anästhesie und eine Kinderpflegefachkraft aus der Kinderanästhesie beziehungsweise Kinderintensivmedizin des Klinikums Kassel führten die Schulung gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Geburtshilfe durch. In mehreren Kleingruppen wechselten sich theoretische Grundlagen und praktische Übungen ab. Mit einer speziellen Trainingspuppe wurden realitätsnahe Notfallsituationen simuliert.
Dabei ging es nicht allein darum, medizinische Handgriffe zu wiederholen. Ein wesentlicher Bestandteil war die Zusammenarbeit des gesamten Teams. Wissenstests und praktische Szenarien zeigten, wie wichtig es ist, auch unter Zeitdruck klare Strukturen zu haben: Wer übernimmt welche Aufgabe? Welche Materialien werden benötigt? Wer nimmt Blut ab und bringt die Probe ins Labor?
„Für Eltern ist die Geburt ein ganz besonderer und sehr emotionaler Moment. Eltern können sich sicher sein, dass sie und die Kinder bei uns in guten Händen sind – dazu gehört für mich auch, dass wir uns als Team auf die wenigen Situationen vorbereiten, in denen ein Baby unsere besondere Hilfe braucht. Wenn es darauf ankommt, wollen wir nicht überlegen müssen, was zu tun ist. Jetzt zählt nicht die Hierarchie, sondern dass Aufgaben klar und direkt angesprochen werden. Jeder im Team muss wissen, was zu tun ist und Verantwortung für seinen Bereich übernehmen. Genau diese Kommunikation und die geregelten Abläufe trainieren wir“, erklärt Celina Henkel, kommissarische leitende Hebamme im Frankenberger Kreißsaal.
Gut vorbereitet für sensible kleine Patienten
Gerade weil Notfälle bei Neugeborenen selten sind, ist regelmäßiges Training ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Ob Wissen oder Materialien – was im Ernstfall gebraucht wird, soll jederzeit parat sein.
Nach den Übungen folgte eine gemeinsame Auswertung mit den Trainern. Was hat gut funktioniert? Wo können Abläufe verbessert werden? Welche Kommunikation war hilfreich? Der offene und konstruktive Austausch ermöglicht es dem Team, aus jeder Übung konkrete Erkenntnisse für die tägliche Arbeit mitzunehmen.
Geborgenheit und medizinische Sicherheit
Für werdende Eltern bedeutet eine Geburt nicht nur die Vorfreude auf ihr Kind, sondern auch die Frage, wo sie sich während Schwangerschaft, Geburt und der ersten Zeit mit ihrem Baby gut aufgehoben fühlen können. Das Klinikum Waldeck-Frankenberg verbindet die persönliche Begleitung durch erfahrene Hebammen mit der medizinischen Kompetenz eines interdisziplinären Teams. Gynäkologie, Geburtshilfe, Anästhesie und Pflege arbeiten eng zusammen und sind darauf vorbereitet, auch bei unerwarteten Entwicklungen unmittelbar zu reagieren.
Regelmäßige Fortbildungen und Simulationstrainings sind deshalb ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts des Klinikums. Denn auch wenn ein medizinischer Notfall bei einem Neugeborenen eine Ausnahme bleibt, soll das Team genau dann bestmöglich vorbereitet sein. Mit den regelmäßigen Übungen investiert das Klinikum Waldeck-Frankenberg bewusst in die Sicherheit von Mutter und Kind – und in das Vertrauen der Familien, die sich beispielsweise für die Geburt am Standort Frankenberg entscheiden.