Mehr als 100 Besucher informieren sich zum künstlichen Gelenk
Endoprothetik-Vortrag in Frankenberg
Rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen zur Patientenveranstaltung „Endoprothetik ist mehr als die OP“ des Klinikums Waldeck-Frankenberg am Standort Frankenberg. Die Experten informierten umfassend über die Möglichkeiten, einen Gelenkersatz zu vermeiden, die Vorbereitung und Durchführung einer Operation sowie die anschließende Rehabilitation. Der starke Andrang machte deutlich, dass der Bedarf an Aufklärung bei chronischen Gelenkbeschwerden groß ist.
Endoprothetik-Zentrum steht für Qualität beim Gelenkersatz
Das Klinikum Waldeck-Frankenberg verfügt an beiden Standorten über zertifizierte Endoprothetik Zentren. Dies bedeutet, dass die Expertise, die Ausstattung und der komplette Behandlungsprozess sehr hohen geprüften Standards entsprechen, die sich in ausgezeichneten Behandlungserfolgen, Langlebigkeit der Implantate und einer sehr niedrigen Komplikationsrate manifestieren. Dr. med. Oliver Schuppan, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Standort Frankenberg, erläuterte, wann ein künstliches Gelenk notwendig werden kann und welche konservativen Behandlungsmöglichkeiten eine OP vermeiden oder zumindest hinauszögern können. Die Auswahl und Passgenauigkeit der Implantate sowie deren Haltbarkeit waren ebenfalls Thema. „Ein neues Gelenk ist nicht nur eine Operation im OP-Saal – es ist der Anfang einer Reise. Was vorher passiert, während der OP und danach, ist bei uns in Frankenberg ein Gesamtpaket“, betonte der Mediziner.
Individuelle Narkose und gutes Schmerzmanagement
Dr. med. Hannes Gabriel, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, stellte die verschiedenen Narkoseverfahren vor. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von Vorerkrankungen, Gesundheitszustand und Medikamenten des Patienten ab. „Eine gute Schmerztherapie nach der Operation ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Mobilisierung früh beginnen kann“, erläuterte Dr. Gabriel und erklärte die Nutzung von Schmerzkathetern in der postoperativen Phase. Praktische Hinweise zur Vorbereitung auf die Operation, etwa zu Bewegung, Ernährung und Eisenwerten, fanden bei den Besuchern viel Anklang. Beispielsweise machte er deutlich, dass die Nüchternheitsgrenzen vor der OP sehr überschaubar sind: bis 6 Stunden vor der OP darf gegessen werden, bis 2 Stunden vor der OP dürfen klare Flüssigkeiten (Tee, Kaffee, Wasser) getrunken werden.
Frühzeitig bewegen – und richtig rehabilitieren
„Wenn die Physiotherapie kommt, geht die Arbeit für Sie erst richtig los. Deshalb ist es sinnvoll, Beweglichkeit und Muskelkraft bereits vor der Operation so gut wie möglich zu erhalten und zu trainieren. Das Gelenk ist neu, aber die umgebenden Muskeln sind die alten“, vertiefte Norbert Schlechter, Leiter der Physikalischen Therapie am Standort Frankenberg, die Thematik. Die Mobilisierung beginnt an Tag eins nach der OP. Steht der Patient mit Hilfsmitteln wieder auf den eigenen Beinen, werden Beweglichkeit, Kraft, Koordination und alltagsnahe Bewegungsabläufe trainiert, wie zum Beispiel Treppensteigen.
Patientenmanagement unterstützt die Reha-Planung
Neben der medizinischen Behandlung wurde auch der organisatorische Weg in den Blick genommen. Das Krankenhaus unterstützt bei der Planung der Anschlussheilbehandlung, einer stationären oder ambulanten Reha-Maßnahme, sowie bei den notwendigen Anträgen. Je nachdem, welcher Kostenträger für die Maßnahme bei diesem Patienten zuständig ist, gibt es dabei viel zu beachten. Cornelia Büchel aus dem Team des Patientenmanagements erklärte: „Die Reha plant man, wann immer möglich, schon lange vor der Operation. Melden Sie sich direkt bei uns, wenn der Operationstermin feststeht. Nur mit genug Vorlaufzeit stehen die Chancen gut, in der Klinik unterzukommen, die für Sie am besten geeignet ist.“
Interdisziplinär für die Patienten
Die Veranstaltung verdeutlichte dabei vor allem eines: Endoprothetik ist Teamarbeit. Orthopädie, Anästhesie, Physiotherapie und Patientenmanagement bringen ihre jeweilige Expertise ein und begleiten die Patienten durch die verschiedenen Phasen der Behandlung. „Für einen guten Behandlungserfolg muss alles zusammenspielen – von der Entscheidung für oder gegen eine Operation über den Eingriff bis zur Rehabilitation. Dabei steht der einzelne Patient mit seinen persönlichen Bedürfnissen im Mittelpunkt,“ resümierte Dr. Schuppan.
Die vielen Fragen aus dem Publikum machten deutlich, wie groß der Informationsbedarf rund um einen möglichen Gelenkersatz ist. Ob Operation, Narkose, Schmerzen, Rehabilitation oder spätere Belastbarkeit – die Besucher konnten ihre persönlichen Anliegen direkt mit den jeweiligen Experten besprechen.